Unsere Arbeit

Was tut "Aktiv für Meerschweinchen"?

Aus gegebenem Anlass möchten wir Euch an dieser Stelle noch ein Mal genauer erläutern, wie unsere "Arbeit" inhaltlich aussieht, sprich was wir genau tun. Da es viele schwarze Schafe unter den "Notstationen" gibt und diese in den letzten Wochen auch bei Facebook unter herber Kritik standen, möchten wir Euch hier die Möglichkeit bieten, einen Einblick in unsere Arbeit zu erhalten.

Zuerst stellt sich natürlich die Frage, wie die "Notis" zu uns kommen. Eine berechtigte Frage! Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zum einen wenden sich Privatleute an uns (über Facebook oder unsere HP) und bitten um Hilfe bzw. um die Aufnahme ihres Meerschweinchens oder ihrer Meerschweinchen. Die angegeben Gründe sind vielfältig. Schlagworte wie: Allergie, die stinken, die sind langweilig, die Kinder haben kein Interesse mehr, wir ziehen um, wir können uns das nicht mehr leisten, etc. fallen bei der Abgabe immer. Wir hinterfragen die Gründe nicht. Fakt ist, die Leute wollen die Tiere abgeben und uns geht es darum, ob wir sie aufnehmen können. Zum anderen leiten die Tierheime die Leute an uns weiter. Meist geschieht das telefonisch. Eine von uns erhält dann einen Anruf, notiert sich das Wesentliche wie Haltungsform, Geschlecht, Rasse, Alter, derzeitiger Ort und sichert einen Rückruf zu. Im nächsten Schritt folgt eine interne Teambesprechung unter der Mitgliedern von "AfM". Alle Mitglieder teilen mit, wer welche Kapazitäten hat und wer die Abgabetiere aufnehmen könnte. Danach wird wieder mit der abzugebenden Person Kontakt aufgenommen und sofern ein Platz angeboten werden kann, wird ein Termin vereinbart zur Übergabe vereinbart. Wichtig ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass wir keine Meerschweinchen "einkaufen". Wir zahlen keinen Geldbetrag an die Vorbesitzer.

Wenn die Meerschweinchen dann bei uns angekommen sind, werden sie im ersten Schritt durchgecheckt. Sprich wir schauen uns den Allgemeinzustand an, kontrollieren Krallen, Zähne, Geschlechtsorgane, Haut, Fell und Ohren. Je nach Gesundheitszustand erfolgt dann umgehend ein Tierarztbesuch. Unkastrierte Böcke werden umgehend zur Kastration gefahren. Natürlich kann dies nicht am Aufnahmetag erfolgen. Eben dann, wenn es der Gesundheitszustand des Meerschweinchens zulässt und nach Terminvergabe des Tierarztes.

All unsere aufgenommenen Tiere werden dann in eine 6-wöchige Quarantäne gesetzt. Sauen bleiben sogar 10 Wochen bei uns, damit bei der Vermittlung eine Trächtigkeit zu 100 Prozent ausgeschlossen ist. Das heißt konkret, dass jedes von uns aufgenommene Meerschweinchen also mindestens 6 Wochen bei einem von uns untergebracht ist, bevor es für die Vermittlung freigegeben wird. Babys, welche bei uns geboren werden, geben wir erst im Alter von 4-6 Wochen (eher letzteres oder noch später) und einem Gewicht von mindestens 300 Gramm ab. Wir geben nur augenscheinlich gesunde Tiere ab. Alte und chronisch kranke Tiere geben wir gar nicht ab. Sie dürfen bei uns bleiben.

Bei der Vermittlung achten wir sehr darauf, wo unsere Vermittlungstiere hin kommen. Die künftigen Besitzer müssen sich unseren vielen Fragen über Haltung und Fütterung, Krankheiten und Co. stellen. Manchen wird unsere Fragerei schnell zu blöd und das Interesse schwindet schnell. In solchen Fällen sind wir sogar froh, dass keine Vermittlung Zustande kommt, denn es liegt die Vermutung nah, dass auch das Interesse an den Tieren und deren artgerechter Haltung entsprechend kurzweilig wäre. Sofern wir ein Meerschweinchen aber in gute Hände vermitteln konnten, bleiben wir natürlich mit dem neuen Besitzer in Kontakt. Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite, freuen uns über Bilder und Infos. Wir nehmen im Notfall unsere Vermittlungstiere auch zurück, da wir nicht nach dem Motto, aus den Augen aus dem Sinn, arbeiten. Wir vermitteln keine Tiere in Einzelhaltung und auch nicht in Käfighaltung. Wir bevorzugen die Vermittlung in Kleingruppen ab 3 Tieren (1 Kastrat und 2 Sauen). Wir beraten auch ausführlich über Bockgruppen mit entsprechender und sinnhafter Altersverteilung.

Noch kurz zur Schutzgebühr: Wir schenken unsere Abgabetiere nicht her. Wir nehmen für jedes Tier eine Schutzgebühr. Bei Kastraten sind es lediglich die Kastrationskosten, die wir selber tragen. Andere medizinisch notwendige Behandlungen rechnen wir natürlich nicht mit drauf. Jeder der mit seinen geliebten Meerschweinchen schon beim Tierarzt war, weiß, wie schnell die Kosten explodieren können. Das sehen wir aber als unser persönliches Risiko, da wir alle anfallenden Kosten selbst tragen. Wir haben kein prall gefülltes Vereinskonto. Wir haben lediglich unseren eigenen privaten Geldbeutel zur Verfügung. Es ist weitläufig verpönt, wenn Notstationen um Spenden "betteln", das lesen wir immer wieder. Herbe Kritik, dass jeder nur das leisten soll, was er sich auch privat leisten kann. Das ist auch unser Motto. Wir leisten das, was wir uns leisten können. Einigen Notstationen wird vorgeworfen, dass sie sich an den Tieren bereichern, da sie kostenlos aufgenommen werden und schließlich "verkauft" werden. Diese Rechnung geht bei uns nicht auf und das können wir auch belegen. Natürlich lehnen wir Spenden in Form von Futter und Zubehör nicht ab, da es den Fellnasen Zugute kommt. Geldspenden nehmen wir als gemeinnütziger Verein natürlich auch dankend entgegen, da viele versteckte Kosten anfallen. Sollte eine Spendenquittung erwünscht sein, so stellen wir diese gerne aus.

Sollten wir für euch wichtige Aspekte noch nicht erläutert haben, dann schreibt uns das bitte und wir werden zeitnah Stellung dazu nehmen!

Euer Team von AfM